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Die Freundschaft besteht fort - Treffen von Delegationen aus Sielenbach und St. Fraimbault

Die Delegationen aus Sielenbach und St. Fraimbault besichtigten in Beaune das Hôtel-Dieu, ein Hospital, das vom Mittelalter bis in die 1970er Jahre betrieben wurde. Foto: Helmut Friedl

Die Corona-Pandemie hat einen Großteil des öffentlichen und gesell-
schaftlichen Lebens in Mitleidenschaft gezogen. Schwer betroffen sind davon nicht zuletzt die zahlreichen Städte- und  Gemeindepartnerschaften. Auch in Sielenbach bekam man die Auswirkungen zu spüren: Fast alle Aktivitäten, wie etwa die traditionelle Dorfmeisterschaft im Boulespiel, mussten abgesagt werden. Noch weitaus schwerer wog die Tatsache, dass die Partnerschaftsbegegnungen mit den Freunden aus St. Fraimbault-de-Prières nicht stattfinden konnten.

2020 war bereits alles geplant für den Besuch der knapp 50 französischen Gäste im Ecknachtal, doch dann kam der erste Lockdown, gefolgt von anhaltenden Einschränkungen im internationalen Reiseverkehr. Lange Zeit hatten die beiden Gemeinden daher gehofft, das Treffen heuer nachholen zu können, doch nach reiflichem Abwägen aller Argumente trafen die Partnerschaftskomitees schweren Herzens die Entscheidung, es noch um ein weiteres Jahr zu verschieben. Das gesundheitliche Risiko trotz steigender Impfquoten, die strengen Hygiene- und Quarantänevorschriften in beiden Staaten sowie die restriktiven Auflagen für Gruppenveranstaltungen hätten das gesellige Beisammensein zu sehr beeinträchtigt.

Dies war umso bedauerlicher, als sich in den beiden Gemeinden in den letzten zwei Jahren viele Neuigkeiten ergeben haben, die man gerne im persönlichen Gespräch ausgetauscht hätte. So erschien in Sielenbach 2020 ein 620 Seiten dickes Buch über die Geschichte des Ortes, das auch ein ausführliches Kapitel über die Entwicklung der Partnerschaft seit ihren Anfängen in den 1980er Jahren enthält. Gerne hätte man es im letzten Sommer persönlich überreicht, doch stattdessen musste es per Post nach
Frankreich geschickt werden. Noch wichtiger waren die politischen Veränderungen in beiden Gemeinden, denn seit den Kommunalwahlen 2020 sind mit Heinz Geiling und Thierry Moutel neue Bürgermeister im Amt. Ebenso wie ihre Vorgänger Martin Echter und Hubert Moll sind sie seit langen Jahren aktive Unterstützer der Gemeindepartnerschaft. Mit diesem Wahlergebnis kann somit zuversichtlich in die Zukunft geblickt werden.

Hubert Moll kehrte nach 37-jähriger Amtszeit als Bürgermeister von St. Fraimbault in seine südfranzösische Heimat zurück. Um ihn zumindest mit Verspätung gebührend verabschieden zu können, trafen sich Anfang August 2021 kleine Delegationen aus beiden Gemeinden in der Stadt Beaune im Burgund, die etwa auf halber Strecke liegt. Aus Sielenbach nahmen unter anderem der alte und der neue Bürgermeister, der komplette Komiteevorstand sowie die maßgeblichen Initiatoren bei der Gründung der Partnerschaft vor mehr als 30 Jahren teil.

Bei einem gemeinsamen Abendessen mit regionalen Spezialitäten dankte der Komiteevorsitzende Michael Ritter Moll für sein unermüdliches Engagement zur Stärkung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Kommunen. Als Geschenk wurde ihm ein aufwändig gestaltetes, dreibändiges Album zur Geschichte der Partnerschaft, erarbeitet vom Sielenbacher Vereinschronisten Helmut Friedl, überreicht.

Ebenso sprach die französische Komiteevorsitzende Valérie Moutel dem Sielenbacher Altbürgermeister Martin Echter ihren Dank für seine Verbundenheit mit den französischen, die auch weit über seine 18-jährige Amtszeit hinaus immer spürbar war.

Nach einer zweitägigen gemeinsamen Besichtigungstour durch die Stadt Beaune und ihre umgebende Weinberglandschaft reisten beide Delegationen wieder heim. Im Gepäck hatten sie konkrete Pläne für die nächste Partnerschaftsbegegnung, die Ende Juli, Anfang August 2022 stattfinden soll. Diese Ideen sollen noch heuer bei der Mitgliederversammlung des Partnerschaftskomitees im November vorgestellt werden.

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