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Wehmütiger Echter zieht Bilanz

Versammlung Sielenbach: Bürgermeister blickt zurück / Ein stilles Örtchen sorgt für Unruhe

Die Bürgerversammlung der Gemeinde Sielenbach stand ganz im Zeichen des bevorstehenden Wechsels auf dem Bürgermeisterposten. Martin Echter zählte in seinem Rechenschaftsbericht die Errungenschaften der Gemeinde seit Beginn seiner Amtszeit 2002 in einem großen Rückblick auf.

Es kann sich sehen lassen, was während der dann 18-jährigen Amtszeit Echters in der Gemeinde geschafft wurde. Geprägt von Neubauten und Erneuerungen liest sich die Liste wie ein Vermächtnis des Rathauschefs an seinen noch zu wählenden Nachfolger.

Während der vergangenen 17 Jahre wurden unter anderem das Feuerwehrhaus Tödtenried, das Rathaus mit zwei Wohnungen, der Bauhof, der Dorfplatz, das Sielenbacher Kinderhaus mit Krippe und Kindergarten, die Stockschützenhalle und die Gemeinschaftshalle neu gebaut, knapp 150 Grundstücke für einheimische Bauwillige erschlossen und Wohnraum für sozial schwache Familien geschaffen. Die Energiebilanz der Sonnengemeinde ist vorbildlich und der Zeit weit voraus. Bereits das Neunfache des Gemeindeverbrauchs wird derzeit in der klimaneutralen Ecknachtalgemeinde aus erneuerbaren Energien produziert. Der laufende Ausbau des Glasfaser-DSL-Netzes wird bis Mitte 2020 abgeschlossen und dann das gesamte Gemeindegebiet inklusive Einöden mit schnellem Internet versorgen.

Als Echter 2002 die Gemeinde übernahm, war diese hochverschuldet. Stolz berichtet er nun, dass er voraussichtlich im Mai nächsten Jahres eine schuldenfreie Gemeinde an seinen Amtsnachfolger übergeben kann. Der Gemeinde geht es gut, und daher zeigt sich Echter mehr als zufrieden über das Geleistete. „Es war eine schöne und auch eine harte. Aber die Leute waren nie böse zu mir. Insgesamt überwiegt das Positive deutlich vor dem Negativen“, fasste der scheidende Rathauschef zusammen und klang dabei fast ein wenig wehmütig.

Nach 42 Jahren in der Kommunalpolitik, 24 Jahren im Gemeinderat und dann 18 Jahren als Bürgermeister glaubt er, dass es reicht. Nach dem Bericht von Martin Echter brachten einige der gut 70 Anwesenden im Gasthaus Winterholler noch Fragen und Anträge vor: So griff Josef Breitsameter das leidige Thema einer öffentliche Toilette für den Friedhof wieder auf. Ein bekanntes wie mittlerweile ungeliebtes Thema bei allen Beteiligten. Die Gemeinde weist jede Schuld von sich, da der Wille und die Voraussetzungen für den Bau eines solchen WCs schon lange vorhanden sind.

Jedoch mangelt es laut Echter und seinem Stellvertreter Franz Moser an Engagement vonseiten der Kirchenverwaltung. Sogar auf dem Dorfplatz würde die Gemeinde eine Toilette bauen wollen, allerdings stellt sich hier die Frage nach dem Sinn, sollte das stille Örtchen doch explizit für die Friedhofsbesucher sein. Nachdem Georg Schmid, Mitglied der Kirchenverwaltung, vom Rathauschef wissen wollte, wer denn nun in dieser Angelegenheit auf wen zuerst zugehen soll, kann auf Idee von Franz Moser immerhin ein Ansatz einer Lösung gefunden werden: Zur nächsten Gemeinderatssitzung soll die Kirchenverwaltung eingeladen werden, um das Thema endgültig zu klären.

Der mit Kopfsteinpflaster gepflasterte Gehweg vom Maibaum zur Josef-Veit-Straße sowie an der Friedhofsmauer entlang an der Kreuzung Aichacher Straße/Schwaigstraße regte zur Diskussion an, da einige Gemeindemitglieder der Meinung sind, wegen der schlechten Begehbarkeit mit Absatzschuhen, Kinderwagen und Rollstühlen solle dieser Belag ausgetauscht werden. Der Bürgermeister verweist hier auf staatliche Zuschüsse, die im Zuge der Dorferneuerung 2009 geflossen sind. Durch die Zuschüsse sei die Gemeinde 30 Jahre gebunden, die damals bezuschussten Baumaßnahmen nicht zu verändern.

Die geplanten Halteverbotsschilder in der Ostergasse sollen demnächst nach einer Verkehrsschau mit der Polizei kommen, beantwortet Echter eine Nachfrage.

Schon lange hätte die Gemeinde gerne einen Radweg von Sielenbach nach Blumenthal. Auf Nachfrage, wie weit man mit dem Vorhaben sei, antwortet Echter, dass es vermutlich laut Straßenbauamt 2021 soweit sein solle. Als Gemeinde habe man alles erdenklich Mögliche versucht, dies früher zu erreichen. Auch Aichachs Bürgermeister Habermann wäre generell dafür gewesen, sei im Stadtrat allerdings überstimmt worden.

Echter dankte zum Abschluss den Gemeinderäten für die unkomplizierte Zusammenarbeit im vergangenen Jahr. Gleichzeitig war es Franz Moser ein Bedürfnis, Martin Echter seinen Dank im Namen der Gemeinde und seinen Respekt für die geleistete Arbeit auszudrücken.

Alice Lauria, Aichacher Zeitung 23.11.2019

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