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Sonnige Aussichten

Bürgerversammlung in Sielenbach: Straßen, Schulen, Kanäle und Kinderbetreuung – alles in bester Ordnung

Zufrieden – so kennt man den Sielenbacher Bürgermeister Martin Echter. Zufrieden zeigte er sich auch gestern Abend bei der Bürgerversammlung im Sportheim. Kein Wunder: Die Gemeinde hat ein neues Kinderhaus, einen renovierten Kindergarten, eine neue Gemeinschaftshalle für Gemeinde, Feuerwehr und Burschenverein. „Da ist alles sauber untergebracht“, sagte Echter in seinem Rechenschaftsbericht. Zugleich schaut die Gemeinde auf eine rosige Finanzlage.

Obwohl in der Kinderbetreuung alles auf dem neuesten Stand ist, sagte Martin Echter: „Wenn die Geburtenzahlen weiter so steigen wie zuletzt, gibt es wieder Handlungsbedarf.“ Damit die Sielenbacher auch Wohnraum finden, sorgt der Gemeinderat für Bauland. Zuletzt mit dem inzwischen genehmigten Baugebiet „Erweiterung Am Samweg“, und auch der Bebauungsplan Reutgasse steht kurz vor der endgültigen Verabschiedung.

Weil nicht nur Häuslebauer in der Gemeinde leben, werden auch acht Sozialwohnungen in einem Mehrfamilienhaus an der Ecke Schwaigstraße/Breitenwiesweg entstehen. Echter zeigte Ansichten von den Plänen für das Bauprojekt. Auf dem Areal gibt es noch genügend Platz, um künftig ein Seniorenhaus oder aber ein Ärztehaus zu errichten. Durch Tauschgeschäfte konnten zudem fünf Grundstücke im Gewerbegebiet erworben und an einheimische Unternehmen verkauft werden. Dabei war die Nachfrage größer als das vorhandene Angebot.

Pro Kopf ist jeder Sielenbacher durch die Gemeindefinanzen mit 130 Euro verschuldet. Zum Vergleich: Im Landkreis Aichach-Friedberg liegt der Durchschnitt bei 449 Euro. Die Finanzen lassen sich gut anhand von zwei Zahlen darstellen: Den 221 000 Euro Schulden stehen 1,25 Millionen Euro Rücklagen gegenüber. Mehr noch: Alle Straßen und Kanäle sind weitgehend in einwandfreiem Zustand, ebenso die Kläranlage. Die günstige Kassenlage hat unter anderem mit den Einnahmen aus den vielen Anlagen für regenerative Energieerzeugung zu tun. So gesehen ist Ökologie im „Sonnendorf“ Sielenbach zwar zugleich von ökonomischem Nutzen, Echter hob dennoch auch die grundsätzliche Bedeutung von Sonne und Wind für die Energieerzeugung hervor.

„Spätestens ab Frühjahr 2019 wird in Sielenbach das Neunfache des eigenen Bedarfs ins Stromnetz eingespeist“, sagte ein stolzer Bürgermeister, der inzwischen regelmäßig ausländische Delegationen durch die Gemeinde führt, in der alle Bauten der Kommune – Rathaus, Schulen, Kindertageseinrichtungen, Feuerwehrhäuser, die 16 schon bestehenden Sozialwohnungen sowie der Bauhof – mit Wärme aus nachwachsenden Rohstoffen versorgt werden. Echter richtete bei der Bürgerversammlung einen Appell an die Landwirte. Sie sollten versuchen, besser auf die Grenzsteine aufzupassen, die häufig rausgeackert würden. „Entweder ist der Pflug zu groß, oder der Acker zu klein“, stellte der Bürgermeister fest. Es seien alle Grenzen neu vermessen worden, das Nachmessen sei teuer. Grundstückseigentümer müssten dafür nun selbst aufkommen. Auch die Wirtschaftswege sollten mit etwas mehr Rücksicht behandelt werden. Am Ende schloss der Bürgermeister mit zufriedenen Worten: „Die gute Gemeinschaft untereinander und der hervorragende Einsatz im öffentlichen Leben beweisen, dass viele Entscheidungen richtig waren.“ Er wies auf die überaus konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat hin, die diese Entscheidungen möglich machten.

Von Carina Lautenbacher, Aichacher Zeitung, 22.11.2018

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